Velum
Kuration der Einzelausstellung von Elektra Tzamouranis | 05.02.–07.02.2026 | Galerie Paul Scherzer, Halle (Saale)

Wie ein dünner Schleier legen sich Farbschichten über- und nebeneinander. Sie verbinden und trennen zugleich, lassen Formen auftauchen, verschwimmen, wieder erscheinen und machen so Bewegung und Wandel spürbar. In den großformatigen Arbeiten der Serie „Velum“ folgt Elektra Tzamouranis auf formaler Ebene einer intuitiv-direkten, gestischen Herangehensweise und wagt so noch einen Schritt weiter in Richtung Gegenstandslosigkeit. Das Zurücktreten der Figur steht spannungsvoll in Konkurrenz zum immanent Körperlichen/Naturhaften, das als offener Resonanzraum in den Bildern präsent bleibt.

Hearing Antagonist Manifesto
Kuration | Teil der „Hearing Antagonists“ Ausstellungsreihe von Louisa Pieper | 28.02.–03.03.2025 | MARS Frankfurt, Frankfurt a. M.

Louisa Pieper stellt sich ihren Widersachern. Dabei sind ihre aktuellen Werke keine düster-angsteinflößenden Feindbilder – ganz im Gegenteil! Durch die Kraft ihrer leuchtenden Farbpalette, markanter Kompositionen und im Spiel mit unterschiedlichen Strukturen und Materialien schafft sie mutig eine Atmosphäre, die ihre persönlichen Gegenspieler Stück für Stück entmachtet. Doch wer oder was sind diese Antagonisten überhaupt? Vermeintlich Alltägliches, wie etwa das Kochen auf einem Induktionsherd, das die Hörgeräte der Künstlerin stört, beschädigt oder gar zerstört. In ihrer aktuellen Serie „Hearing Antagonists“ geht es Louisa Pieper allerdings nicht nur um die Sichtbarmachung der Hürden ihrer eigenen Schwerhörigkeit, sondern um die Auseinandersetzung mit Barrierefreiheit in der Kunstwelt im Allgemeinen.

In diesem Sinne zeigt die Ausstellung „Hearing Antagonist Manifesto“ im MARS eindrücklich, wie sich Barrierefreiheit und künstlerische Praxis gegenseitig inspirieren können. Neben dem titelgebenden Manifest der Künstlerin spielt dabei insbesondere der großflächige Einsatz von Nicki-Stoff eine zentrale Rolle. Louisa Pieper überformt den Ausstellungsraum mit dem weichen, schallschluckenden Material und verbessert so nicht nur die Akustik, sondern verbildlicht bewusst das Bedürfnis nach inklusiveren Kunst- und Begegnungsorten.
Lauschiges Plätzchen
Kuration | Teil der „Hearing Antagonists“ Ausstellungsreihe von Louisa Pieper | 29.11.–06.12.2024 | Galaxie neuer Künste, Halle (Saale)

Louisa Pieper stellt sich ihren Widersachern. Dabei sind ihre aktuellen Werke keine düster-angsteinflößenden Feindbilder – ganz im Gegenteil! Durch die Kraft ihrer leuchtenden Farbpalette, markanter Kompositionen und im Spiel mit unterschiedlichen Strukturen und Materialien schafft sie mutig eine Atmosphäre, die ihre persönlichen Gegenspieler Stück für Stück entmachtet. Doch wer oder was sind diese Antagonisten überhaupt? Vermeintlich Alltägliches, wie etwa das Kochen auf einem Induktionsherd, das die Hörgeräte der Künstlerin stört, beschädigt oder gar zerstört.

In ihrer aktuellen Serie „Hearing Antagonists“ geht es Louisa Pieper allerdings nicht nur um die Sichtbarmachung der Hürden ihrer eigenen Schwerhörigkeit, sondern um die Auseinandersetzung mit Barrierefreiheit in der Kunstwelt im Allgemeinen. Ihre Werke regen dazu an, nicht nur zu sehen, sondern auch zu lauschen – auf das, was gehört werden will, und auf das, was allzu oft überhört wird. Die Ausstellung „Lauschiges Plätzchen“ in der Galaxie neuer Künste zeigt, wie Barrierefreiheit und künstlerische Praxis sich gegenseitig inspirieren können und lädt das Publikum dazu ein, gemeinsam die Grenzen des Hör- und Sichtbaren zu hinterfragen. Besonders der Einsatz von Nicki-Stoff spielt dabei eine zentrale Rolle. Das weiche, schallschluckende Material verbessert nicht nur die Akustik, sondern verbildlicht bewusst das Bedürfnis nach inklusiveren Kunst- und Begegnungsräumen.
Illusionary Rooms
Kuration einer virtuellen Ausstellung mit Arbeiten von Katharina Landisch | 17.06.–20.08.2022 | ck_offspace

In her multimedia project „Illusionary Rooms“ the Frankfurt-based artist Katharina Landisch initially created digital spaces. Different images of „reality“ are thrown into these, varying from more to less abstract according to the space. The deformations visualize the subjective mechanisms that influence one’s constructions of reality. This exhibition curated by Anna-Lena Goltz shows a variety of pictorial fragments of the artist’s different Illusionary Rooms – image, video and sculpture.
Der Nullpunkt ist aus praktischen Gründen nicht das galaktische Zentrum
Kuration der Gruppenausstellung mit Arbeiten von Katja Neubert, Susanne Henny Kolp, Michael Seefeld, Jana Isabella Luck, Franz Rentsch, Christoph Liedtke, Hanna Sass, Julia Eichler gemeinsam mit Maximilian J. Fleischer | 17.06.–19.06.2022 | Galaxie neuer Künste, Halle (Saale)

Seit dem 16. Jahrhundert ist das heliozentrische Weltbild der Ausgangspunkt einer menschlichen Perspektive auf das Universum. Die Sonne gilt als „Zentrum der Galaxie“, obwohl der eigentliche Mittelpunkt genau der Ort ist, an dem das sichtbare Band der Milchstraße am dichtesten ist. Wollte man heute diese natur- und astrowissenschaftlichen Sachverhalte auf eine gesellschaftliche Ebene übertragen, so könnte man sagen, dass an die Stelle des Heliozentrismus ein Anthropozentrismus tritt, der den Menschen in seiner irdisch-sozialen, aber auch galaktischen Selbstverortung zum Nullpunkt aller Werte macht. In Bezug auf eine künstlerische Praxis eröffnet dieses Themenfeld einen ganzen Kosmos an Fragestellungen, die von einer Suche nach extraterrestrischen Existenzen über Perspektivreflexionen bis hin zu erkenntnistheoretischen Überlegungen reichen können. So versammeln sich in der durch Anna-Lena Goltz und Maximilian J. Fleischer kuratierten Ausstellung „Der Nullpunkt ist aus praktischen Gründen nicht das galaktische Zentrum“ neun künstlerische Positionen, die sich dem übergeordneten Thema auf unterschiedlichste Weise nähern.

The Verge
Ausstellungstext für eine Einzelausstellung von Felix Schramm | 19.02.–23.04.2022 | Galerie Tobias Naehring

„Es gibt ein Bedürfnis nach dem Ganzen. Allerdings glaube ich, dass das Ganze, die Idee der Ganzheit, heute unerreichbar geworden ist.“ (1)
In der Antike sahen sich die Künste grundsätzlich der Vollkommenheit verpflichtet, die als ästhetische Kategorie bis in die Frühe Neuzeit alles Unvollendete oder Unvollständige wertlos machte. So postulierte Thomas von Aquin in der Mitte des 13. Jahrhunderts nachdrücklich: „Die Dinge nämlich, die verstümmelt sind, sind schon deshalb hässlich.“ Erst mit Anbruch des 18. Jahrhunderts wurde das Fragment als eigenständige Gattungsform eingeführt, um sich nun im Kontrast zu der als unnatürlich wahrgenommenen Ganzheitsästhetik einer „unverfälschten Emotionalität“ anzunähern. In der Bildenden Kunst war es damals vor allem Johann Joachim Winckelmann, der mit seiner richtungsweisenden Beschreibung des Torso vom Belvedere das fragmentarische Motiv zum Ideal erhob, womit er letztlich den Weg für sämtliche Abstraktionstendenzen ebnete. Mit den beiden Weltkriegen ging in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Glaube an eine Gesamtheit gänzlich verloren, was nicht nur Theodor W. Adornos Aussage „Das Ganze ist das Unwahre“ unterstreicht. Als praktische Konsequenz daraus, werteten beinahe alle Avantgardebewegungen der Moderne die Bedeutung des Fragmentarischen auf, indem sie beispielsweise vermehrt mit Collage- und Montagetechniken experimentierten.
Die Galerie Tobias Naehring freut sich nun ab dem 19. Februar 2022 unter dem Titel „The Verge“ eine Einzelausstellung des Düsseldorfer Bildhauers und Fotografen Felix Schramm (*1970 in Hamburg) zeigen zu können, dessen vielgestaltiges Œuvre überzeugend bekräftigt, dass sich jedes vermeintlich „fertige“ Kunstwerk in einem unendlichen Kontext von Produktion und Rezeption befindet. Durch die Entwicklung komplexer Fragmentkonstruktionen – einer bewussten Antithese von Zerstörung und Kreation – lenkt der Künstler den Betrachtenden geschickt in Momente der Irritation und des Hinterfragens. Seine Arbeiten interagieren offen mit Raum und Zeit, negieren die existentielle Abhängigkeit von einer Vollendung und werden so zur Verbildlichung einer Generation ununterbrochener Schaffensprozesse.
(1) Felix Schramm im Gespräch mit Stephan Berg, in: Ausst. Kat.: Felix Schramm, Intersection, Nürnberg 2012.
